Das Kalenderblatt zum Februar

Die Tage werden wieder heller … Valentins Herzenstag stimmt auf den nahenden Frühling ein.

 

02.02.2020
Mariä Lichtmess / Darstellung des Herrn 
Groundhog Day (Murmeltiertag, USA) 

06.02.2020
Waitangi Day (Nationalfeiertag in Neuseeland)

09.02.2020
Vollmond im Tierkreiszeichen Löwe

14.02.2020
Valentinstag

19.02.2020
Sonne im Tierkreiszeichen Fische: Winterende

20.02.2020
Weiberfastnacht

23.02.2020
Neumond im Tierkreiszeichen Fische

24.02.2020
Rosenmontag

25.02.2020
Fastnacht

26.02.2020
Aschermittwoch

 
Warum der Februar früher auch „Narrenmond“ genannt wurde, das versteht sich zumindest in den Jahren von selbst, in denen die fünfte Jahreszeit, der Karneval, in diesen Monat im Kalender steht. Ab dem 20. Februar 2020 geht es in diesem Sinne so richtig rund!

Mit dem 29. Februar, einem Samstag, gibt es nach all dem Trubel dann einen zusätzlichen Tag zum Erholen. 2020 ist ein Schaltjahr, daher dieser Extra-Tag.

 


 

Februar: Frischer Wind! 
   

Der Februar (Feber, February, Février, Febbraio, Febrero, Fevereiro, Februari, Luty, Február, Unor, февраль, Şubat) ist wirklich eine saubere Sache!

Er trägt seinen Namen nach dem lateinischen Wort „februare“ (deutsch: „reinigen“) beziehungsweise nach dem altrömischen Sühne- und Reinigungsfest Februa, das früher zu dieser Zeit stattfand. Darin spiegelt sich schon eine gewisse „Kehraus-Stimmung“: Der „Februarius“ war im römischen Kalender nämlich nicht der zweite, sondern der letzte Monat des Jahres, das damit also abgeschlossen und „bereinigt“ ist.

Den altdeutschen Monatsnamen „Hornung“ könnte man passend zum Reinigungsthema einfach als Empfehlung zu einer gründlichen Hornhautentfernung verstehen (die ja in der Tat nicht schaden kann, um das alte Jahr endgültig „von den Hacken zu bekommen“) …

Tatsächlich aber erinnert dieser Name an die gute alte Zeit, als wir noch unmittelbar im Einklang mit der Natur standen: Der Umstand, dass die Hirsche um diese Zeit ihr altes Gehörn (bzw. Geweih) abwerfen, damit ein neues sprießen kann, war unseren Vorfahren einen ganzen Monatsnamen wert.

Kein Wunder, das ist ja auch wirklich ein tolles Symbol dafür, dass wir uns nach einem vielleicht noch eher rückbesinnlichen Januar nun endlich ganz vom Alten lösen können … alle Jahre wieder!

Mit Namensgebungen wie „Schmelzmond“ oder „Taumond“ dagegen dankten die Bauern und Gärtner dem Februar dafür, dass sich die harten, frostigen Winterböden allmählich wieder auflockern.

»Im Februar müssen die Stürme fackeln, dass dem Ochsen die Hörner wackeln!« Denn: »Heftige Winde im Februar vermelden uns ein fruchtbar Jahr.«

Wenn wir den Bauernregeln zum Monat folgen wollen, dann kann uns das Wetter momentan gar nicht ungemütlich genug sein! Nur so nämlich verspricht es eine gute Urlaubszeit: »Im Februar viel Schnee und Eis, macht den Sommer lang und heiß.« Freuen Sie sich nun also über jeden Frost! Denn das Gegenteil ist deutlich weniger wünschenswert: »Ist der Februar sehr warm, friert man Ostern bis in den Darm.«

 


   

2. Februar

Maria und die Murmeltiere


Die Tage werden wieder heller …

»... Weihnachten um an Muggen(= Mücken)schritt,
Neujahr um an Hahnentritt,
Dreikönig um an Hirschensprung,
Lichtmeß um a ganze Stund.«

So beschreibt eine alte Bauernweisheit die Erfahrung, die wir alle Jahre wieder mit Freuden machen: Ab dem dunkelsten Tag des Jahres, der Wintersonnwende, geht es stetig aufwärts mit dem Sonnenlicht, täglich haben wir ein paar Minuten mehr davon. Auch wenn es oft noch sehr kalt ist ... der weiße Schnee lässt die Tage doch nur noch ein wenig heller erscheinen! Was aber hat die Gottesmutter Maria damit zu tun?

Maria Gail Kirche Flügelaltar Darstellung 01Die Gottesmutter reinigt sich ... und präsentiert den Herrn

Mariä Lichtmess (Candlemas) oder auch Mariä Reinigung ist der volkstümliche Name des kirchlichen Festes Darstellung des Herrn bzw. Praesentatio Jesu in Templo.

Der 2. Februar, der vierzigste Tag nach Weihnachten, galt früher als Ende der Weihnachtszeit. Noch heute bleiben manche katholischen Kirchen und Haushalte bis zu diesem Termin mit Krippen und Tannenbäumen geschmückt, obwohl der christliche Weihnachtsfestkreis offiziell ja bereits am Sonntag nach Epiphanias mit der Taufe des Herrn endet.

Tatsächlich wird uns die zu Weihnachten begonnene Geschichte von Jesu ersten Tagen auf Erden mit diesem Termin noch ein wenig weitererzählt. Und diese verlief – laut Lukas-Evangelium – korrekt so, wie es sich der Tora bzw. den Vorschriften des Buches Leviticus nach gehört: Am achten Tag nach seiner Geburt wurde das Christkind beschnitten, wie es sich für alle kleinen jüdischen Jungen gehört (Lukas 2,21). Die Gottesmutter Maria aber galt, wie jede jüdische Frau, nach der Geburt eines Jungen, 40 Tage lang als unrein und musste nach Ablauf dieser Frist im Tempel zu Jerusalem ein Tieropfer darbringen, um diesen Zustand zu beenden (3.Buch Mose/Levitikus 12,1-8). Der Reinigung der Frau folgte dann dem Ritus entsprechend sogleich die Heiligung der Erstgeburt: In Erinnerung an die erste Pessach-Nacht in Ägypten galten alle erstgeborenen Söhne als Eigentum Gottes (2. Buch Mose/Exodus 13,2.15) und mussten diesem rituell im Tempel übergeben bzw. präsentiert, also „dargestellt“ werden. Normalerweise wurden die Kleinen dann umgehend durch ein Geldopfer wieder ausgelöst (4. Buch Mose/Numeri 18,16). In Falle des Jesuskindes aber berichtet das Lukas-Evangelium von keiner Auslösung; es bleibt also stimmiger Weise ein Leben lang dem Herrn geweiht, bzw. der Sohn Gottes. Bedeutsam ist auch, dass der in Bethlehem geborene Jesus anlässlich seiner „Darstellung“ als Baby zum ersten Mal in Jerusalem einzog und damit den Ort besuchte, an dem er im später dann Rahmen der Osterhandlung den Erlösertod sterben wird.

Lichterprozessionen mit zuvor besonders geweihten und gesegneten Kerzen gehören bereits seit dem 5. Jahrhundert zur Liturgie der römisch-katholischen Kirche am Tag der Darstellung des Herrn.

Symbolisch gesehen folgt die Gemeinde damit dem antiken Brauch, ihrem Herrscher, also Jesus Christus, bei seinem ersten Besuch (gen Bethlehem) entgegenzuziehen, um ihn sodann nach Jerusalem (vertreten durch die örtliche Kirche) zu begleiten. Noch ein Grund, diesen Tag „Lichtmess“ zu taufen, war der Umstand, dass die Frühmessen ab Anfang Februar wieder bei Tageslicht abgehalten werden konnten.

Das einfache Volk aber erhoffte sich von den Lichtmess-Prozessionen mit geweihten Kerzen vor allem Schutz vor Krankheiten, Seuchen und Gewittern.
   

»An Lichtmess fängt der Bauersmann mit des Jahres Arbeit an.«

Auch sonst war der zweite Februar ein wichtiger Termin im Jahreslauf, denn jetzt ist es allmählich wieder hell und warm genug, um mit den ersten Feldarbeiten zu beginnen. Zugleich endete nun das sogenannte Knechtsjahr: Den Dienstboten und dem landwirtschaftlichen Gesinde wurde der noch verbliebene Jahreslohn gezahlt; danach wurde entweder ein weiteres Dienstjahr bei dem bisherigen Arbeitgeber vereinbart, oder man konnte (bzw. musste) sich bis spätestens zum 5. Februar, dem Agathatag, einen neuen Arbeitsplatz suchen.

Passend zum Beginn des bäuerlichen Arbeitsjahres gibt es eine Vielzahl von Wetterregeln, die meist (ähnlich wie die Bauernregeln zu Februar im Allgemeinen, aber sehr zu Ungunsten der Lichterprozession) zu folgenden Ergebnissen kommen: »Wenn's zu Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit.« Und umgekehrt: »Scheint zu Lichtmess die Sonne heiß, gibt's noch sehr viel Schnee und Eis.« Beziehungsweise: »Sonnt sich der Dachs in der Lichtmesswoche, bleibt er vier Wochen noch im Loche.«

   

RK 0808 278 Marmota monaxUnd jährlich grüßt das Murmeltier …

Schon die alten Germanen sollen den Dachs als einen wichtigen Wetterfrosch angesehen und nach seinem Verhalten ihre Feldarbeiten geplant haben. Mit den deutschen Auswanderern kam dieser altbewährte Brauch dann vermutlich nach Nordamerika – und begründete hier die inzwischen sehr populäre Tradition des Groundhog Days, des Murmeltiertages, die vielerorts alljährlich am 2. Februar gepflegt wird.

Harold Ramis Film Und täglich grüßt das Murmeltier (1993) mit Bill Murray und Andie MacDowell zeigt uns ausgiebig, wie ein solcher Groundhog Day abläuft: Mit großem volksfestlichem Tamtam wird das noch schläfrige Murmelchen aus seinem Bau gelockt. Wenn es dann »seinen Schatten sieht« – wenn also die Sonne scheint – wird es noch sechs weitere Wochen lang Winter bleiben, ansonsten ist der Frühling schon nah.

Das berühmteste, traditionsreichste und letztendlich mit seiner Prognose wohl ausschlaggebende Murmeltier ist der Punxsutawney Phil; denn in Punxsutawney in Pennsylvania wurde 1887 der erste Groundhog-Tag veranstaltet. Studien zufolge liegt Phils Trefferquote seitdem allerdings insgesamt recht kläglich unter 40 % ...

Vielleicht, weil es eben ein Murmeltier und kein Dachs ist? Was haben die ausgewanderten Germanen da falsch gemacht? In Nordamerika gibt es schließlich auch Dachse, nämlich den Silberdachs. Der aber ist mit seinen europäischen Kollegen nur sehr locker verwandt und benimmt sich oft sehr viel anders. Zum Beispiel hält er keinen ausgiebigen Winterschlaf, den man für dieses Tierorakel ja dringend braucht. Hauptgrund aber ist, dass Silberdachse im Pennsylvania überhaupt nicht vorkommen. Die deutschstämmigen Migranten im ursprünglichen Siedlungsgebiet der Susquehannock-Indianer brauchten also ein neues Prognose-Tier; und fanden es schließlich im Murmeltier, dessen (Winter-)Schläfrigkeit ja sprichwörtlich ist.

 


  

 14. Februar

Valentins Herzenstag


Böse Zungen behaupten ja, dass der Valentinstag eine moderne Erfindung raffinierter Floristen sei. Tatsächlich aber hat der Festtag der Liebe eine sehr lange Tradition.

Die römische Liebeslotterie

Bereits im alten Rom feierte man um den 14. Februar herum die Lupercalia, das Fest der Göttin Juno. Juno, die Beschützerin der Ehe, wurde mit Blumenopfern geehrt - und auch für die Gattin daheim war nun ein Sträußchen fällig. Das Spannendste an den Lupercalia aber war ein Brauch, der sehr an heutige Single-Partys erinnert: Ledige junge Männer durften Lose ziehen, auf denen die Namen von unverheirateten Frauen standen. Bei einem Blind Date hatten die in Junos göttlicher Liebeslotterie zufällig zusammengewürfelten Paare dann Gelegenheit, einander eingehender zu beschnuppern.

Ein Schutzpatron der Heiratsfreudigen

Ausgerechnet an diesem eigentlich so liebevollen Tag soll im Jahre 269 nach Christi der Bischof Valentin von Terni (damals Interamna, in Umbrien, Mittelitalien) hingerichtet worden sein. Und zwar nicht nur, wie jeder anständige Märtyrer, wegen seines Glaubens - sondern auch wegen seiner Vergehen im Dienste der Liebe. Denn Valentin verband Paare nach christlichem Ritual, obwohl der römische Kaiser das strengstens verboten hatte; und obendrein gab er in aller Heimlichkeit auch den Liebenden seinen Segen, die eigentlich gar nicht heiraten durften, weil sie Sklaven oder Soldaten waren, nicht zur selben Gesellschaftsschicht gehörten oder schlicht, weil die Eltern dagegen waren. Die Legende erzählt auch, dass Valentin die liebenden Paare mit einem Blumenstrauß aus seinem Garten beschenkte. Die Ehen, die von ihm geschlossen wurden, sollen unter einem besonders guten Stern gestanden haben.

Wer soll mein Herzblatt sein?

Mit Valentins (respektive mit Junos) Hilfe lassen sich wichtige Herzensentscheidungen treffen, meint der Volksglaube. Man sagt etwa, dass ledige junge Frauen in der Nacht zum Valentinstag verbindlich von ihrem Zukünftigen träumen würden; und das soll ihnen ganz besonders gut gelingen, wenn sie am Abend zuvor hartgekochte Eier essen. Es heißt aber auch, dass die Mädel einfach denjenigen heiraten sollten, der ihnen am 14. Februar als erster über den Weg läuft. Um den unverschämten Vorsprung aufzufangen, der sich daraus für Milchmänner oder Zeitungsjungen ergibt, machen heiratswillige junge Männer ihrer Angebeteten mancherorts schon am frühen Morgen des Valentinstags ihre Aufwartung.

Liebesgrüße von Land zu Land

Schon vor gut 600 Jahren schickte man sich in England vierzeilige Liebesgedichte zum 14. Februar, die sogenannten Valentines. Durch englische Siedler gelangten solche Bräuche nach Amerika, wo der Saint Valentine's Day heute eine enorm große Bedeutung hat: Kaum ein US-Ehemann wagt es am 14. Februar, ohne Blumen nach Hause zu kommen, und unter amerikanischen Jugendlichen wird die Zahl der Valentinsgrüße im Briefkasten oder online als Messlatte der allgemeinen Beliebtheit interpretiert.

In Deutschland hielt Valentins moderner Ehrentag mit den US-Soldaten nach dem Zweiten Weltkrieg Einzug. 1950 wurde er offiziell eingeführt und fortan von den Blumenhändlern eifrig als »Tag der offenen Herzen« propagiert. Die Preise für rote Rosen steigen zu diesem Anlass stark an ... Als Alternative bieten sich jedoch nicht nur Konfekt, Parfum oder Valentinskarten mit Engelchen, Blümchen, Herzchen und rosaroten Umschlägen an – sondern auch die Möglichkeit, den Tag ganz einfach gemeinsam mit seinen Lieblingsmenschen zu verbringen, gemeinsam etwas ganz Besonderes zu unternehmen oder einander mit zärtlichen Worten und Gesten zu zeigen, wie sehr man sich mag - und das nicht nur am 14. Februar oder zum Hochzeitstag ...
  


Vielen Dank für Ihr Interesse! Die im März 2014 erstmals auf www.dr-michaela.mundt.de eingerichtete Rubrik »Kalenderblatt« wurde inspiriert durch meine Tätigkeit als Lektorin für die Neumann & Wolff Werbekalender GmbH & Co. KG / ALPHA EDITION GmbH & Co. KG seit Sommer 2012. Der Text zum Monat Februar entstand im Sommer 2018 exklusiv für diese Site. Die Bauernregeln zum Monat habe ich 2014 im Auftrag der Kieler Werbeagentur WortBildTon GmbH für mein coop magazin, das Kundenmagazin der sky-Märkte, beleuchtet, und der Text zum Valentinstag ist eine überarbeitete Neufassung eines ebenfalls im Auftrag von WortBildTon verfassten Artikels, der im Februar 2005 im mein coop magazin erschienen ist.

Fotos: © Michaela Mundt, Bilder zum 2. Februar auch via wikimedia commons (Details siehe Link zum Bild). Vielen Dank dafür!