Das Kalenderblatt zum März

Das triste Grau des Winterhimmels verschwindet; der Frühling lässt endlich sein blaues Band flattern!

01.03.2021
Meteorologischer Frühlingsanfang

08.03.2021
Internationaler Frauentag

13.03.2021
Neumond im Tierkreiszeichen Fische

17.03.2021
St. Patrick's Day (Lá Fhéile Pádraig, Irland, USA)

19.03.2021
Josephstag (Österreich, Schweiz, regional)

20.03.2021
Kalendarischer bzw. astronomischer Frühlingsanfang
Sonne im Tierkreiszeichen Widder (ab 10:37 Uhr)

21.03.2021
Internationaler Tag gegen Rassismus
   

25.03.2021
Mariä Verkündigung
Nationalfeiertag/Unabhängigkeitstag in Griechenland und Zypern

28.03.2021
Palmsonntag

28.03.2021
Beginn der Sommerzeit

28.03.2021
Vollmond im Tierkreiszeichen Waage
 
  

29.03.-12.04.2021
Frühjahrsputz?! Die beste Zeit in diesem Monat

Der Frühlingsvollmond im Zeichen der Waage (am 28.03.2021) leitet traditionell das jüdische Pessach-Fest (28.03.-04.04.2021) ein, mit dem der Karfreitag (02.04.2021) und das christliche Osterfest (04.-05.04.2021) eng zusammenhängen.

 


 

März: Auf geht's!

Im März erwacht die Natur. Überall grünt es – oder es blüht sogar schon sehr farbenprächtig. Die Vögel zwitschern. Die Sonne gewinnt an Kraft. Die berühmten Frühlingsgefühle wallen auf …

Der März ist vielleicht der schönste Monat des Jahres? Begonnen mit dem meteorologischen Frühlingsanfang am 01.03. über den astronomischen Frühlingsanfang bis hin zum Beginn der Sommerzeit am letzten Märzsonntag werden unsere Lebensgeister nun wieder und wieder wachgerüttelt und auf die sonnige Jahreszeit eingestimmt.

Der altdeutsche Monatsname für den März, Lenz (auch Lenzing oder Lenzmond), wird heute nur noch poetisch verwendet und bezeichnet dabei meist den Frühling insgesamt. „Lenz“ stammt aus derselben Wortwurzel wie „lang“ und gibt entsprechend einfach nur die alle Jahre wieder so erfreuliche Erfahrung wieder, dass die Tage ab jetzt eindeutig immer länger, heller und wärmer werden.

Als internationaler Namenspatron des Monats März (March, Mars, Marzo, Março, Maart, Marzec, március, Marec, Březen, март, Mart) aber hat sich Mars, der Kriegsgott der antiken Römer, durchgesetzt.

   

Berlin - Brandenburger Tor - Mars

   

In diesem Monat nämlich begann in Rom die Zeit der Feldzüge, und alle kriegstauglichen Bürger versammelten sich zur Musterung auf dem Campus Martius, dem Marsfeld, einer Tiefebene nah der Stadt. Hier wählten sie auch ihre Feldherren; und die beiden obersten Heerführer und höchsten Beamten Roms, die Konsuln, traten am 1. bzw. 15. März ihr Amt an. Nach den beiden Konsuln wurde dann das kommende Jahr benannt.

Der Frühlingsmonat März, in dem nicht nur die Kampfhandlungen, sondern auch die landwirtschaftlichen Arbeiten wieder aufgenommen wurden, war im ursprünglichen römischen Kalender der erste Monat eines neuen Jahres. Zum dritten Monat, als den wir ihn heute kennen, wurde er erst ab 153 v. Chr., als der Amtsantritt der Konsuln auf den 1. Januar verlegt wurde.

 


   

2014.03.staubwedel DSCN3142 - web

Putz ich – oder putz ich nicht?

Das ist alle Jahre wieder die große Kardinalfrage, wenn die Frühlingssonne das häusliche Umfeld bis in alle Ecken und Winkel hinein beleuchtet, wir die Staubflöckchen tanzen sehen und es viel zu entrümpeln gäbe ...

Prinzipiell lassen sich größere Aufräum- und Reinigungsmaßnahmen im Haushalt in der Zeit zwischen dem Vollmond und dem Neumond, also in der abnehmenden Mondphase mit besonders viel Schwung erledigen – und im März oder April, wenn aus der Wintersonne allmählich die Frühlingssonne wird, „wirkt“ diese Mondphase ganz besonders gut.

Die Bauernregeln zum Monat scheinen sich jedoch gegen ein allzu frühes Besenschwingen auszusprechen; denn sie vermelden: »Je größer der Staub im Märzen, desto schöner die Ernte der Erbsen.«

Doch das heißt leider nicht, dass Sie sich nun getrost vor größeren Putzmanöver drücken können, weil Sie dadurch viel Gutes für die Landwirtschaft tun! »Staub« steht hier nämlich schlicht für Trockenheit. Und in diesem Sinne gilt dann auch: »Märzenstaub und Märzenwind guten Sommers Vorboten sind.« Oder auch, im Gegenteil: »Ein fauler, feuchter März ist des Bauern Schmerz.« Denn er weiß: »Auf Märzenregen folgt kein Sonnensegen!«

    


    

Zoe Lyons Cigar Wink High Res

   

8. März

Der Internationale Frauentag: Wahlweise wirksam
   

Ausgerechnet im dem römischen Kriegsgott Mars-gewidmeten Monat März steht ein Tag im Kalender, der unmittelbar mit dem Symbol seiner Gegenspielerin, der Liebesgöttin Venus, assoziiert wird – und dessen Thema nun wohl am allerwenigsten der hausmütterliche Frühjahrsputz ist: Am 8. März wird weltweit der „Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden“ oder kurz der Internationale Frauentag als gesetzlicher Feiertag begangen.

Aus Deutschland reiht sich hier zumindest Berlin mit ein: Hier wurde der Internationale Frauentag 2019 zum arbeitsfreien Feiertag erhoben. Doch warum brauch(t)en Frauen überhaupt einen eigenen Tag?

 

Frauentag 1914 Heraus mit dem Frauenwahlrecht

   

Vor allem aus demokratischen Gründen: Die alten Griechen gelten zwar als Erfinder der Demokratie – doch die alten Griechinnen (sowie auch Sklaven, Migranten und „Jugendliche“ unter Dreißig) durften dabei nicht mitmachen. Auch die energischen Kämpferinnen der Französische Revolution wurden in der Verfassung vom 3. September 1791 nicht mit einem Stimmrecht belohnt; denn das widersprach dem damaligen Zeitgeist, so innovativ war man dann doch noch nicht.

Erst Anfang des 20. Jahrhunderts wurden vermehrt Sopran-, Mezzosopran- und Alt-Stimmen laut, die ein freies, geheimes und gleiches Frauenwahlrecht forderten.

Der erste Women's Day wurde am 28. Februar 1909 von den Frauen der Sozialistischen Partei Amerikas (SPA) als nationaler Kampftag für das Frauenstimmrecht, die Gleichberechtigung und die Emanzipation der Arbeiterinnen veranstaltet. Gemeinsam mit den Sozialistinnen demonstrierten auch die bürgerlichen US-Suffragetten.

Und Europa? Am 27. August 1910 forderte die deutsche Sozialistin Clara Zetkin auf der Zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen die Einführung eines internationalen Frauentages, der auch zeitnah am 19. März 1911 in Deutschland, Dänemark, Österreich-Ungarn und der Schweiz begangen wurde. Die terminliche Nähe zum Beginn der Märzrevolution von 1848 sollte dabei durchaus Signalwirkung haben.

Die Frauentage in den Folgejahren wurden dann eifrig von der SPD unterstützt, die mit den Frauenrechtlerinnen ihre Anhängerschaft vergrößern wollte (was auch gut funktionierte). Später griff die USPD die Idee auf und organisierte in Verbindung mit dem Frauentag eine ganze „Rote Woche“ (5.-12. Mai 1917) oder würdigte damit zugleich auch den 100. Geburtstag von Karl Marx (5. Mai 1918).

Frauen und Frieden – das hängt nicht nur als Alliteration zusammen! Während des Ersten Weltkriegs (1914-1918) wurde der Frauentag zunehmend zu einem Aktionstag gegen den Krieg. Das störte natürlich den „Burgfrieden“ im Kaiserreich. Die Frauenrechtlerinnen waren Repressionen ausgesetzt, ihre Aktivitäten wurden illegal.

 

08 frauentag plakat 1928 vga (7534297032)

   

Am 12. November 1918 verkündete die provisorische (SPD-USPD-)Reichsregierung das freie, geheime aktive und passive Wahlrecht für alle Männer und Frauen über 20 Jahren. Damit war – zumindest für die Frauen in der Weimarer Republik – erreicht, wofür man seit rund 10 Jahren gekämpft hatte.

Doch es gab noch allerlei mehr Ungerechtigkeiten und soziale Missstände, gegen die die Frauen damals zu kämpfen hatten. Gleich zweimal im Jahr – am kommunistischen Frauentag am 8. März und am sozialdemokratischen, dessen Termin flexibel war, – traten die Weimarer Republikanerinnen zum Beispiel für Arbeitszeitverkürzungen ohne Lohnabzüge, eine Senkung der Lebensmittelpreise, eine regelmäßige Schulspeisung für die Kinder oder für legale Schwangerschaftsabbrüche ein.

Vom frisch errungenen Wahlrecht aber machten viele deutsche Frauen dann leider ebenso ungeschickt Gebrauch wie ihre männlichen Kollegen an der Urne: Sie wählten die Nationalsozialisten. Und die schufen den sozialistisch motivierten Frauentag von 1933 bis 1945 natürlich umgehend ab und erhoben stattdessen den gebärfreudig mit Soldaten versorgenden Muttertag zum landesweiten nationalen Feiertag. Subversive Seelen begingen den nun schon wieder verbotenen 8. März aber dennoch – indem sie zum Beispiel speziell zu diesem Termin rote Decken, Kissen oder Kleidungsstücke zum Lüften aus dem Fenster oder an die Wäscheleine hängten.

In Russland dagegen wird der 8. März seit 1921 kontinuierlich als Frauentag gefeiert. Und falls er auf einen Samstag oder Sonntag fällt, ist der kommende Montag arbeitsfrei. Dieser Gedenktag soll an die Rolle der Frauen bei der Revolution 1917 erinnern, insbesondere an die armen Arbeiterinnen, Bäuerinnen und Soldatenfrauen, deren gemeinsame Proteste in Petrograd die Februarrevolution auslösten. Sagen die einen. Oder war es vielleicht schlicht die charismatische Revolutionärin Alexandra Michailowna Kollontai, die Lenin zur Einführung dieses Feiertags motivierte?

   

Frauentag

   

In der sowjetischen Besatzungszone und der späteren DDR wurde der Frauentag ab 1946 dem russischen Modell entsprechend wieder eingeführt – wobei sich sein zunächst strikt sozialistischer Geist zunehmend lockerte. Der Brauch, dass die Chefs ihren Mitarbeiterinnen mit einer Rose zum Frauentag gratulieren, hat sich bis heute als Element der ostdeutschen Kultur erhalten.

Auch in der BRD gab es seit 1948 Wiederbelebungsversuche, die vor allem an die Friedensengel-Rolle des Frauentags im Ersten Weltkrieg anknüpften und (irgendwann zwischen Februar und Mai) das Thema Frieden, Kampf gegen die Wiederbewaffnung und Abrüstung zur Sprache brachten.

Ab Ende der 1960er-Jahre fand der Tag bei der neuen Frauenbewegung zwar wieder mehr Beachtung, wurde aber als eine Art „sozialistischer Muttertag“ eher skeptisch beäugt.

Im wiedervereinten Deutschland war der DDR-Feiertag zunächst nicht opportun, erlebte mit dem FrauenStreikTag 1994 jedoch allmählich ein Comeback.

 

Bundesarchiv Bild 183-71299-0001, Berlin, internationaler Frauentag, Plakat

   

Eine wirklich weltweite Angelegenheit wurde der Frauentag ab 1975, dem Internationalen Jahr der Frau, als die Vereinten Nationen erstmals eine Feier zum 8. März ausrichteten. 1977 beschloss die UN-Generalversammlung dann, den 8. März als internationalen Frauentag anzuerkennen.

Heute ist der International Women's Day außer in Russland und in Berlin auch in Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Moldawien, in der Ukraine, Belarus, Kasachstan, Kirgisistan, Turkmenistan, Tadschikistan, Usbekistan (Xalqaro Xotin-Qizlar Kuni), der Mongolei, Nepal (Nari Dibas), Kambodscha, Laos, Vietnam, Nordkorea, in den afrikanischen Staaten Angola, Burkina Faso, Eritrea, Guinea-Bissau, Sambia und Uganda, sowie auf Madagaskar und Kuba ein gesetzlicher Feiertag. In der Volksrepublik China ist zumindest der Nachmittag für Frauen arbeitsfrei.

Kampfstoff gibt es nach wie vor genug: Die Ausbeutung, Diskriminierung und Unterdrückung von Frauen und Mädchen in vielen Ländern dieser Welt, die Gewalt gegen Frauen und Mädchen, speziell in Kriegsgebieten, Kinderheirat und weibliche Genitalverstümmelung, immer noch reduziertes politisches Mitspracherecht, sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz oder die Verurteilung der gleichgeschlechtlicher Liebe.

Im Positiven tritt frau heute für generelle Chancengleichheit, etwa den gleichen Lohn für gleiche Arbeit oder für eine bessere Bildung für Mädchen weltweit ein.

 

This pussy grabs back -WomensMarch -WomensMarch2018 -SenecaFalls -NY (39097950124)

 

Kritische Stimmen gegen den Weltfrauentag erheben sich jedoch ausgerechnet aus Kreisen der Frauenrechtlerinnen; mit dem durchaus einleuchtenden Argument, dass es in einer Gesellschaft keine Gleichberechtigung gäbe, solange diese einen derart exponierten Frauentag braucht. 2010 etwa nannte die westdeutsche Paradefeministin Alice Schwarzer den 8. März einen „gönnerhaften“ Termin und plädierte für seine Abschaffung. Und die Alternative hielt sie auch gleich bereit: „... machen wir aus dem einen Frauentag im Jahr 365 Tage für Menschen, Frauen wie Männer.“

 


Vielen Dank für Ihr Interesse! Die im März 2014 erstmals auf www.dr-michaela.mundt.de eingerichtete Rubrik »Kalenderblatt« wurde inspiriert durch meine Tätigkeit als Lektorin für die Neumann & Wolff Werbekalender GmbH & Co. KG / ALPHA EDITION GmbH & Co. KG seit Sommer 2012. Die Bauernregeln zum Monat habe ich 2014 im Auftrag der Kieler Werbeagentur WortBildTon GmbH für mein coop magazin, das Kundenmagazin der sky-Märkte, beleuchtet. Der Text zum Monat März entstand im Sommer 2018 exklusiv für diese Site. Der Beitrag zum Internationalen Frauentag (08.03.) wurde im Februar 2020 ergänzt.

Fotos: © Michaela Mundt, Mars-Statue und Bilder zum Internationalen Frauentag via wikimedia commons (Details siehe Link zum Bild). Vielen Dank dafür!