Hase, Ei und Auferstehung

In welchem religiösen Rahmen feiern wir Ostern? Was haben Langohren und Hühnerprodukte damit zu tun? Und wie hält man die Kinder nun bei Laune?

o0 - web800In diesem Special lade ich Sie herzlich ein, das Osterfest von drei sehr unterschiedlichen Seiten zu betrachten:

Bewegend und beweglich - Wissenswertes zum Ostertermin

Eibrote für das Hasenlamm – die Symbole der Osterzeit

Verstecken und Entdecken - Spielideen rund ums Ei

Den ersten Beitrag habe ich im März 2014 exklusiv für dr-michaela-mundt.de verfasst. Im darauf folgenden Beitrag wurden zwei im Auftrag der Kieler Werbeagentur WortBildTon GmbH entstandene Artikel für KNACKfrisch, das Kundenmagazin der Bäckerei Günther (Ausgabe 4, März 2006) und das mein coop magazin (Ausgabe März 2013) zu einem neuen Ganzen verbunden. Im dritten Abschnitt schließlich lesen Sie einem überarbeiteten Auszug aus der Titelgeschichte des mein coop magazins im April 2006.
   


   

Bewegend und beweglich

Wissenswertes zum Ostertermin


Warum fallen die Ostertage – und mit ihnen auch Pfingsten und der Karneval – alle Jahre wieder auf einen anderen Termin? Und warum werden das westliche und das orthodoxe Osterfest obendrein oft auch noch an völlig unterschiedlichen Wochenenden begangen? Schuld daran sind im Wesentlichen:

oa1 vollmondDer erste Frühlingsvollmond und die Kalendermacher

Der Termin für das höchste und wichtigste Fest des Christentums, die Auferstehung Jesu vom Tode, wurde auf dem Ersten Konzil von Nizäa im Jahre 325 auf den ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling terminiert (wobei man wahrscheinlich gleichzeitig den 21. März als Frühlingsanfang festlegte).

Ostern kann daher frühestens am 22. März und spätestens am 25. April im Kalender stehen; jedenfalls dann, wenn sein Termin, wie in Deutschland, nach dem seit 1582 gültigen gregorianischen Kalender festgelegt wird.

Das orthodoxe Osterfest aber, das man zum Beispiel in Griechenland begeht, richtet sich nach dem weitaus älteren, bereits 46 v. Chr. von Cäsar persönlich etablierten julianischen Kalender. Der 21. März (und damit der Frühlingsanfang, der gemeinsam mit dem Vollmond den Ostertermin bestimmt) wird im julianischem Kalender heute jedoch 13 Tage später datiert als im gregorianischen Kalender. Und das kann im Extremfall dann dazu führen, dass das orthodoxe Osterfest (wie zuletzt 2005) erst fünf Wochen nach unserem begangen wird. So oder so:

  

oa2 aschermittw- webAm Aschermittwoch ... fängt alles an!

Der österliche Festkreis – und damit der Jahresreigen der beweglichen Feiertage – beginnt bereits am Aschermittwoch, mit dem die 40tägige österliche Buß- beziehungsweise die Fastenzeit beginnt.

Diese Zeit gilt dem Gedenken an die 40 Tage, die Jesus selbst (nach Matthäus 4,2) in der Wüste gefastet hat. Allen Entbehrungen zum Trotz ließ er sich danach dennoch nicht vom Teufel mit »Leckereien« verführen.

Da an den fünf Sonntagen in dieser Phase – Invokavit, Reminiszere, Okuli, Lätare und Judika – jedoch nicht konsequent gefastet wird, endet die Bußzeit tatsächlich erst nach 46 Tagen, und zwar am Karsamstag.

  

oa3 palmson - webPalmen und Pein

Am Sonntag vor Ostern, dem Palmsonntag, beginnt parallel zur Fastenzeit die Karwoche, die ihren Namen nach dem althochdeutschen Wort »kara« (für »Klage, Trauer«) trägt.

Der Palmsonntag ist Jesu Einzug in Jerusalem gewidmet. Dieser gestaltete sich der Überlieferung nach zwar – obwohl Jesus nur sehr bescheiden auf einem Esel einritt – ausgesprochen triumphal, denn das Volk jubelte ihm zu und streute Palmzweige, die Symbole des siegreichen Königs, vor ihm aus; doch genau das provozierte dann die damaligen Machthaber in der Heiligen Stadt, die Römer (die üblicherweise wohl alles ans Kreuz nagelten, was ihre Ordnung störte) gar sehr ...

Von Montag bis Mittwoch durchläuft die Karwoche dann ihre sogenannten »stillen Tage«, bevor mit dem Gründonnerstag die drei Kartage im engeren Sinne beginnen:

  

oa4 abendmahl - webDer Gründonnerstag ist der Gedenktag an das Letzte Abendmahl, die letzte Pessach-Feier, die Jesus am Vorabend seiner Kreuzigung mit seinen zwölf Jüngern begeht – wobei er das Ritual der Eucharistie etabliert, indem er Brot und Wein zu den Zeichen seiner bleibenden Gegenwart in der christlichen Gemeinde erhebt. Das »Grün« vor diesem Donnerstag beschreibt nicht die Farbe der übrigen Speisen, und auch nicht die Botanik im Garten von Gethsemane, in dem sich der Heiland schließlich völlig alleingelassen von seinen zwölf Auserwählten wiederfindet ...

oa karfreitag mm-web800... sondern das »Grün« kommt vom altdeutschen Wort »greinen«, das einfach nur »weinen« bedeutet.

Grund für Tränen gibt es in der Tat, denn nun stehen die Kreuzigung Christi und sein Opfertod unmittelbar bevor.

Dem Gedenken an Jesu Leidensweg ist der Karfreitag gewidmet, und der Karsamstag steht dann für den Tag der Grabesruhe.

  

oa6 sonneAuferstehung und Himmelfahrt

Am Ostersonntag mündet das sogenannte »Triduum sacrum« (Karfreitag, Karsamstag und Osternacht) in das Hochfest der Auferstehung des Herrn, das höchste und wichtigste Fest des Christentums.

Durch Tod und Auferstehung Jesu werden allen gläubigen Menschen ihre Sünden vergeben, so wird ihnen ewiges Leben zuteil.

Mit Ostersonntag und Ostermontag öffnet sich nun der eigentliche Osterfestkreis, der erst nach dem siebenten Sonntag nach Ostern mit Pfingsten endet.

In diesem Rahmen wird Christi Himmelfahrt, die Rückkehr des Gottessohns zu seinem Vater, der Überlieferung des Lukas-Evangeliums entsprechend immer am 40. Tag nach Christi Auferstehung, also nach Ostersonntag, zelebriert. Weil dabei der Ostersonntag und der Himmelfahrtstag beide mitgezählt werden, fällt Himmelfahrt immer auf einen Donnerstag; und zwar frühestens auf den 30. April und spätestens auf den 3. Juni. 

  

oa7 kirche - web

Erst am Pfingstmontag ist alles vorbei! Oder?

Pfingsten als der Termin, zu dem der Heilige Geist auf die Apostel herabkam, während sie zum jüdischen Wochenfest Schawuot versammelt waren, findet alljährlich 50 Tage nach Ostern statt (also zwischen dem 10. Mai und dem 13. Juni).

Zu Pfingsten schließt sich der österliche Festkreis mit der Feier einer Geburtsstunde, nämlich der Gründung der christlichen Kirche.

In unmittelbarem Zusammenhang mit dem Ostertermin stehen dann aber auch noch das Dreifaltigkeitsfest Trinitatis, das am ersten Sonntag nach Pfingsten zu Ehren des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes begangen wird, und das Fronleichnamsfest.

  

Mit Fronleichnam, dem »Hochfest des heiligsten Leibes und Blutes Christi« im katholischen Kirchenjahr, welches am Donnerstag nach Trinitatis (beziehungsweise am 60. Tag nach Ostersonntag) begangen wird (also frühestens auf den 21. Mai und spätestens auf den 24. Juni fällt), wird die bereits beim Letzten Abendmahl am Gründonnerstag in der eher verhangenen Karwoche erfolgte Einsetzung der Eucharistie nun prunkvoller mit Heiligen Messen und Prozessionen gewürdigt. Während dieser Tag in anderen Sprachen meist nach dem lateinischen »Corpus Christi« benannt wird, leitet sich sein deutscher Name vom mittelhochdeutschen »vrône lîcham« ab, was einfach »des Herren Leib« bedeutet und keinen toten Körper meint.

  


 

Eibrote für das Hasenlamm

Die Symbole der Osterzeit


Ähnlich wie Weihnachten wird der wichtigste Feiertag der Christenheit von uns Normalverbrauchern mit allerlei Drumherum gefeiert, das so nun weiß Gott nicht in der Bibel steht. Was haben hoppelnde Häschen und bunte Eier mit der Auferstehung Christi zu tun? Allerlei einleuchtende oder auch recht bizarre Ostertheorien bemühen sich, hier den »Missing Link« zu finden.

ob1 DSCN3184 - web800Lamm und Hase

Eigenartig ist vor allem, dass der Osterhase deutlich populärer ist als das Osterlamm. Denn während der Hase (der wachsam mit offenen Augen schläft) lediglich aus dem alten Byzanz als Christus-Symbol überliefert ist, ist die Vorstellung von Jesus als »Lamm Gottes« ja weit verbreitet.

Der Rokoko-Zeit verdanken wir den Brauch, zu Ostern kunstvoll zu einem Lamm geformte Kuchen aus Rühr- oder Biskuitteig zu servieren. Klassischer Weise wird dieses Gebäck mit einem Fähnchen zwischen den Vorderbeinen verziert. So entspricht es perfekt dem in religiösen Darstellungen weit verbreiteten Symbol des auferstandenen Christus, dem »Lamm Gottes«, das ein stolzes Banner zum Zeichen des Sieges des Guten über das Böse emporhält. Sein – durch reichlich Zuckerguss oder Puderzucker – schneeweiß gefärbtes »Fell« dagegen verkörpert Reinheit und Frieden.

Eine recht praxisnahe Ostertheorie vermutet nun, dass der Hase schlicht aus einem Osterlamm entstand, das sich beim Backen hoffnungslos verformt hatte und plötzlich lange Ohren und Hinterläufe bekam.

ob2 DSCN3180 - web800Frühling und Fruchtbarkeit

Wegen seiner enormen Vermehrungsfreudigkeit (bis zu 20 Junge pro Jahr) gilt der Hase seit alters her allerdings vor allem als Symbol der Fruchtbarkeit und Zeugungskraft. In dieser Funktion war er unter anderem Begleiter der griechischen Liebesgöttin Aphrodite oder der von den Angelsachsen und Germanen verehrten Göttin des Frühlings, der Morgenröte und der Fruchtbarkeit, Eostre oder Ostara genannt.

Damit rutscht der Osterhase in den Zusammenhang vorchristlicher Frühlingsfeste, mit denen man – meist um den 21. März herum – die wiedererstarkende Sonne als Quelle allen Lichts und Wachstums ehrte. In diesem Sinne leiten manche Osterforscher den Begriff »Ostern« von »Osten« ab – vom Aufgangsort der Sonne also. Der Sonnenaufgang aber wird auch im Christentum als natürliches Spiegelbild der Auferstehung gedeutet.

Offiziell wird der Osterhase erstmals um 1680 von dem Medizinalprofessor Georg Franck von Frankenau in seiner Abhandlung »De ovis paschalibus – von Oster-Eyern« als Brauchtumselement im Elsässer Raum erwähnt. Und damit haben wir nun die wichtigsten Osteraccessoires beieinander ...

ob3 DSCN3173 - web800Einerlei, jetzt gibt es Ei!

Wie der Hase, so gehört auch das Ei zum symbolischen Gepäck vieler heidnischer Frühlings- und Liebesgöttinnen, und schon in vorchristlicher Zeit wurden (meist rot gefärbte) Eier als Fruchtbarkeitssymbole verschenkt. Doch auch anderen Ostereierfarben wird in manchen Regionen eine besondere Bedeutung zugesprochen. So steht Gelb zum Beispiel für Weisheit, Orange für Kraft und Ausdauer und Grün für Jugend und Unschuld.

Im Urchristentum galt das Ei dann deshalb als Sinnbild für die Auferstehung, weil hier ja aus einem scheinbar toten Körper etwas sehr Lebendiges schlüpft. Ab dem 13. Jahrhundert wurden speziell die rot bemalten Eier zudem zum Symbol für das Blut und den Opfertod Christi erhoben.

Dafür, dass Ostern zum Eierfest wurde, gab es wahrscheinlich aber auch wesentlich profanere Gründe: In der Ostern unmittelbar vorausgehenden 40tägigen Fastenzeit, in der gläubige Katholiken weder echtes noch »flüssiges Fleisch« (d. h. Eier) zu sich nehmen dürfen, sammelten sich dank der munter weiterlegenden Hühner Jahr für Jahr enorme Bestände an. Das wiederum war recht praktisch, denn im Mittelalter war zu Ostern der sogenannte »Zehnt« fällig, die obligatorische Steuerabgabe der Bauern an ihre Grundherren – und Naturalien wie Eier waren damals ein anerkanntes Zahlungsmittel.

Hier knüpft dann die Theorie an, dass der Eier versteckende Osterhase eine protestantische Erfindung sei; denn wo nicht gefastet wird, da muss man den Kindern ja irgendwie erklären, wo plötzlich all die Eier herkommen!

ob4 ostergebck webWeitere Verflechtungen

Oder war es etwa schon wieder die Backstube, die Hase und Ei zusammenbrachte?

Ofenfrisches Osterbrot genoss man schon im Mittelalter. Ursprünglich handelte es sich dabei jedoch um schlichte, aus geschrotetem Korn gebackene Fladen, die flach wie ein Lebkuchen waren – bis man schließlich bei den apart zu Zöpfen oder Kränzen geflochtenen Gaumenfreuden angelangte, die wir heute auf dem Tisch haben.

Der Form des am wichtigsten Feiertag der Christenheit genossenen Frühstücksbrots wurde früher ebenfalls eine besondere symbolische Bedeutung zugesprochen: So war der aus zwei miteinander verflochtenen Strängen gebildete Osterzopf ursprünglich als Sinnbild für die enge Verbindung von Mensch und Gott gemeint, während die runden Fladen, Kränze und Brote die Sonne und damit Jesus als das Licht der Welt symbolisierten.

Manchmal servierte man auch Osterbrote, in die ein Ei eingebacken war, und die außen dann mit Hasenmotiven verziert wurden. Also versteckte zuerst der Hasenteig die Eier?

Konkurrenz für den Osterhasen: Der Osterkaninchennasenbeutler

Doch der Hase ist bei Weitem nicht der einzige bekannte Ostereierlieferant. In Schleswig-Holstein, Oberbayern und Österreich war dafür früher zum Beispiel der Hahn zuständig, in Westfalen, Hessen oder Hannover dagegen der Fuchs, in Thüringen der Storch und in der Schweiz der Kuckuck. In Australien, wo der Hase (beziehungsweise das Kaninchen) als Schädling gilt, wird lieber ein Beuteltier, nämlich der Kaninchennasenbeutler oder Osterbilby, mit diesem Ehrenamt betraut.

  


 

Verstecken und Entdecken

Spielideen rund ums Ei


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in ausgiebiges Frühstück am farbenfroh gedeckten Tisch, Kinder, die fröhlich und aufgeregt nach Ostereiern suchen, auch ein gemeinsamer Spaziergang in der frühlingsfrischen Natur darf natürlich nicht fehlen – so wird Ostern alle Jahre wieder zu einer rundherum runden Sache. Was könnte man daran noch runder machen?
   

oc1 nest DSCN3178 - webNun, Papa jedenfalls plant, diesmal ganz akribisch durchzuzählen und aufzuschreiben, wieviele Eier er jeweils wo versteckt hat. Denn er ist es endgültig leid, jeden Juli wieder krummgeschmolzene Nougat-Eier in den Büschen zu finden! Mama dagegen fragt sich jedes Jahr, wie sie die Kleinen bloß bei Laune halten soll, wenn sie alle Ostereier gefunden haben und nicht mehr recht etwas mit sich anzufangen wissen?

»Ostereier suchen« ist natürlich der speziell diesem Fest vorbehaltene Spezialspaß schlechthin. Besonders spannend gestaltet sich die Suche, wenn sie nicht in der vertrauten Wohnung oder im genauso vertrauten Garten stattfindet, sondern wenn stattdessen beim Osterspaziergang im Wald an völlig unerwarteten Stellen plötzlich leckere Grüße vom Osterhasen auftauchen (die den Eltern oder Großeltern ganz unauffällig aus der Tasche gepurzelt sind).

o0 specials DSCN3030 - web800Drei Wege zu möglichst reicher Beute

»Wer findet die meisten?« Ein Ostereiersuch-Wettbewerb macht viel Spaß, ist aber nur dann wirklich fair, wenn die Kinder ungefähr gleichaltrig sind, denn sonst verteilt sich der Eierbestand am Ende oft recht ungerecht auf die Körbchen. Das kann man, nachdem der Sieger feststeht, durch das Folgespiel »Verteilen, bis alle genau gleichviele Eier haben« korrigieren (und so gleichzeitig die Rechenfähigkeit und die soziale Kompetenz der Kleinen trainieren!) – oder man gibt denen, die beim Suchen nicht allzu »findig« waren, einfach eine zweite Chance.

oc2 DSCN3257 - webBeim »Eier-Boule« etwa wird die Beute neu verteilt: Dabei wird ein größeres Ei in die Mitte des Raumes oder Rasens gelegt, und alle Mitspieler stellen sich in etwa zwei Metern Entfernung dazu auf. Reihum versuchen nun alle, ein Schokoladenei so nahe wie möglich an das große Ei heranzurollen. Wer schließlich an nächsten dazu liegt, hat gewonnen – und darf als Preis die Eier der anderen einsammeln.

Eine dritte Chance auf extraviele Schokoeier tut sich für fleißige »Kunst am Ei«-Maler auf. Sie stellen je ein Ei aus ihrer vorösterlichen Produktion aus (zum Beispiel nebeneinander an eine Leine gehängt oder auf den Tisch gelegt). Die gesamte Ostergesellschaft ist dann die Jury: Jeder prämiert sein Lieblingswerk, indem er drei Schokoladeneier unter oder neben seinen Favoriten legt. Die darf der kleine Künstler dann zusammen mit zu seinen Suchergebnissen ins Körbchen packen.

oc3 DSCN3254 - webAction!

Das Osterfest ist natürlich auch der denkbar passendste Termin für das beliebte Kindergeburtstagsspiel »Eierlaufen« (auch »Löffelrennen« genannt). Die Mitspieler, jeder mit einem Osterei auf einem Esslöffel in der ausgestreckten Hand, stellen sich an einer Linie auf und rennen dann bis zu einem Ziel um die Wette. Entweder auf grader Strecke – oder (viel spannender!), durch einen kleinen Hindernis-Parcours, den Sie mit Stühlen, Seilen, Kisten und ähnlichem schnell improvisieren können. Sieger ist, wer sein Ei zuerst heil durchs Ziel bringt. Disqualifiziert werden die, denen das Osterei vom Löffel fällt, die es festhalten oder die die anderen vor lauter Ehrgeiz anrempeln.

oc4 DSCN3258 - webAuch die »Osterhasenjagd«, die sich am besten draußen im Garten spielen lässt, bringt (nicht nur?!) die kleinen Gäste in Bewegung: Zu Beginn wird – halbe-halbe, je nach Teilnehmerzahl – ausgelost, wer »Hase« und wer »Jäger« ist. Die Osterhasen sind dann durch ein weißes Taschentuch gekennzeichnet, das ihnen hinten als Schwänzchen aus der Hose oder dem Rock heraushängt. Nach dem Startschuss versuchen die Jäger, möglichst viele Hasen zu fangen, indem sie die Tücher aus den Hosen ziehen und als Trophäen an sich nehmen. Die gefangenen Hasen scheiden aus. Glücklicher Sieger ist der Hase, der als letzter noch ein Schwänzchen hat.

PrOstern!

Ein schönes Spiel zur Eröffnung des Osterfrühstücks ist das »Ostereier ticken« (mancherorts auch »detschen« oder »düpfen« genannt). Bei diesem Eierkampf treten zunächst die Tischnachbarn mit hartgekochten Eiern gegeneinander an, die sie an den Spitzen aneinander prallen lassen. Derjenige, dessen Ei kaputt geht, hat verloren und kann sich ans Abpellen machen, der Rest kämpft weiter – bis als Sieger der feststeht, dessen Ei bis zum Schluss heil geblieben ist.

oc5 DSCN3260 - web  


 Fröhliche Ostern – und vielen Dank für Ihr Interesse!

Sollte Ihnen – speziell bei der Darstellung des österlichen Festkreises durch eine Nichtkatholikin wie mich, aber auch sonst – eine Unstimmigkeit auffallen, dann setzen Sie sich bitte gern über Kontakt mit mir in Verbindung; ich bin dankbar für jedes neue »Aha!«-Erlebnis!

Fotos: © Michaela Mundt